ALISHA - DIE TANZENDE

EISPRINZESSIN

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Leseprobe:

Nachdem sich jeder Mann  der Expeditionsteilnehmer verpflichtet hatte, die strengen Auflagen der IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators) zum Schutz der Antarktis einzuhalten, kam der Tag, an dem Prinz George und sein Freund Dave sich im Londoner Heathrow Airport einfanden, um mit dem Flieger zu ihrer Expedition zu starten. Die informierte Presse war zugegen und Kameras begleiteten die Abreise der beiden Freunde. George war Fotografen von Kindesbeinen an gewohnt und reagierte relativ gelassen auf das Blitzlichtgewitter.

„Prinz George, was werden Sie tun, wenn Ihnen die legendäre Tänzerin  auf dem ewigen Eis begegnet? Werden Sie fliehen, um nicht das gleiche Schicksal zu finden, wie all die, die von der Suche nach ihr nicht zurückkamen?“ fragte ein Reporter den Prinzen.

George lachte und antwortete: „Ich und fliehen? Vor einer Tänzerin? Da wäre ich ja ein schöner englischer Thronfolger. Nein, nein! Ich fang’ sie ein und bringe sie mit nach England.“ Dave und er amüsierten sich königlich über das Märchen, das man sich von einer lieblichen Tänzerin auf dem Eis der Antarktis erzählte, die nachdem man sie erblickt hatte, sogleich wieder verschwand, wenn man, geblendet von ihrer Schönheit, zu ihr gelangen wollte.

Viele, die sich, entgegen der Ratschläge ihrer Begleiter, auf den Weg über das ewige Eis gemacht hatten, um diese traumhafte Erscheinung noch mal tanzen zu sehen, kehrten nie wieder zurück.

Zum Glück waren George und Dave weder abergläubisch noch ängstlich, und da sie sowieso nicht an die Geschichte glaubten, machten sie sich lustig über die Warnungen, die einige ihnen mit auf den Weg gaben.

„Seht euch vor, wenn ihr der Tänzerin auf dem Eis begegnet.“ – „Sie tanzt auf dem Eis und wird demjenigen Unglück bringen, der ihr begegnet.“ – „Kehrt wenn ihr sie seht sofort um, wenn euch euer Leben lieb ist.“ Dies waren nur ein paar von den gut gemeinten Ratschlägen, die zu des Prinzen und dessen Begleiter, Sicherheit verhelfen sollten.

Die beiden jedoch hatten Spaß und dachten gar nicht daran, sich von kindischen Erzählungen und albernem Gerede beeindrucken zu lassen. Sie belächelten die märchenhafte Geschichte und freuten sich auf ihre bevorstehende Abenteuerreise.

Zunächst flogen sie mit dem Charterflugzeug zu den Falklandinseln im südatlantischen Ozean. Diese Inselgruppe, die geografisch zu Südamerika gehört, liegt 600- 800 Kilometer östlich von Südargentinien und Feuerland.

Die Inselgruppe Feuerland, deren Hauptinsel den Namen „Feuerland“ trägt, liegt an der Südspitze Südamerikas, die in das Nordpolarmeer hineinragt. Die Meerenge „Magellanstraße“ trennt die Inselgruppe Feuerland vom Festland. Dieses Ziel wollten sie zunächst erreichen.

Als George und Dave auf den Falklandinseln gelandet waren, waren sie also noch weit von ihrem Ziel dem Südpolarmeer entfernt.

Der Prinz und sein Begleiter  wurden mit dem roten Teppich empfangen. Die Falklandinseln sind britisches Überseegebiet, was heißt, dass deren internationale Beziehungen von Großbritannien und Nordirland wahrgenommen werden.

Von den Falklandinseln aus starteten die beiden Freunde ihre Polarexpedition. Ein voll ausgestattetes Schiff, die „Britanina“, mit fünfköpfiger Crew stand schon für sie bereit. Crewmitglieder aus verschiedenen Nationen von Holland bis zu den Bahamas hatten auf Kapitän Spencers Schiff angeheuert. Die Bordsprache war Englisch.